Im Unterschied zu Windows wird bei Linux zwischen
Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Daher ist die Datei test
nicht identisch mit der Datei Test. Was am Anfang bei Umsteigern
womöglich zur Verwirrung beiträgt, erweist sich nach einer
Einarbeitungszeit häufig als eine praktische Eigenschaft.
Ein Dateiname darf maximal 255 Zeichen lang sein. Damit sollte es jedem
gelingen, seine Dokumente aussagekräftig zu benennen. Wie die
Erfahrung zeigt, sind Dateinamen in der Praxis selten auch nur
annähernd so lang.
Eine Datei muss unter Linux keine bestimmte Endung haben, wie dies bei
Windows der Fall ist (beispiel.exe oder beispiel.txt). Auch dies
verwirrt am Anfang den Umsteiger, doch gewöhnt man sich auch daran.
Es folgen nun eine Reihe von Kommandos, die man im Umgang mit Dateien benötigt.
1 touch
Das Kommando touch legt eine neue Datei mit der Größe 0 an,
sofern noch keine Datei gleichen Namens existiert. Existiert die Datei
schon, so ändert touch das Datum der letzten Änderung.
2 cat
Das Kommando cat liest eine oder mehrere Dateien und gibt diese auf der
Standardausgabe aus. Die Standardausgabe ist normalerweise das (evtl.
virtuelle) Terminal, in welchem sich auch die aktuelle Shell befindet.
3 cp
Das Kommando cp (copy) kopiert Dateien und Verzeichnisse. Wenn nur zwei
Dateinamen als Parameter angegeben werden, wird die erstgenannte Datei
in die zweite kopiert. Werden mehrere angegeben, nimmt cp an, dass die
letzte Angabe der Name eines Verzeichnisses ist und kopiert alle
angegebenen Dateien in dieses Verzeichnis, falls es existiert.
cp hat eine Menge Optionen, die in der Manpage zu finden sind. Hier sind die wichtigsten:
cp -i
Vor dem Überschreiben von Zieldateien nachfragen.
cp -d
Symbolische Links als solche kopieren, nicht die Dateien, auf die verwiesen wird.
cp -R
Rekursiv kopieren, d. h. auch Unterverzeichnisse.
4 mv
Das Kommando mv (move) verschiebt Dateien und Verzeichnisse. Für
die Behandlung der angegebenen Dateien und Verzeichnisse gilt das bei
cp gesagte. mv wird auch zum Umbenennen von Dateien und Verzeichnissen
verwendet.
5 rm
Das Kommando rm (remove) löscht eine oder mehrere Dateien. Um
Dateien löschen zu können, benötigt man Schreibrechte in
dem jeweiligen Verzeichnis. Wenn diese für das aktuelle
Verzeichnis fehlen, muss der Löschvorgang für jede Datei mit
y oder n bestätigt oder abgelehnt werden.
6 Jokerzeichen
Um Gruppen von Dateien bearbeiten zu können, benötigt man die
sogenannten Jokerzeichen. Diese können z.B. verwendet werden, um
eine Dateiauswahl zu treffen.
Man unterscheidet folgende Jokerzeichen:
?
ersetzt genau ein beliebiges Zeichen
*
ersetzt beliebig viele Zeichen
[abc]
ersetzt genau eines der angegebenen Zeichen
[a-d]
ersetzt ein Zeichen aus dem angegebenen Bereich
[!abc]
name enthält keines des angegebenen Zeichen
*.html
würde alle html Dateien auswählen
*buch*
würde alle Dateien auswählen, in deren Namen "buch" vorkommt
Durch die Angabe mit eckigen Klammern kann die Auswahl weiter eingeschränkt werden.
7 more und less
more und less sind sogenannte Pager (engl. to page:
weiterblättern). Sie geben den Inhalt einer Datei auf dem
Bildschirm aus und halten jeweils nach einer Bildschirmseite an. less
ist das leistungsfähigere Programm und kann alles, was more auch
kann (engl. "less is more": "Weniger ist mehr.").
Beide Programme können mit der Taste q beendet werden. Die
Leertaste blättert seitenweise und die Returntaste zeilenweise
vorwärts.
Weitere Informationen zu diesen Programmen findet man in der jeweiligen Manpage.
8 file
Das Kommando file stellt fest, um was für einen Dateityp es sich
handelt, da unter Linux im Gegensatz zu Windows der Dateityp ja nicht
immer an der Endung zu erkennen ist.
Diese Daten bezieht das Kommando dabei aus der Datei /etc/magic.
Ausführliche Information dazu findet sich in man file und man 4
magic.