Das Starten und das Herunterfahren eines Rechners sind ausgesprochen
sensible Vorgänge. Die zahlreichen Meldungen, die vom Kernel
und verschiedenen Diensten stammen, liefern dem Systemverwalter
wertvolle Daten über die Funktionsfähigkeit des
Systems. An dieser Stelle wäre es freilich noch
verfrüht, auf all diese Meldungen näher einzugehen.
Da viele Benutzer heute jedoch bereits an Linux-Rechnern arbeiten, die
sie eigenständig booten und herunterfahren dürfen,
sind einige Bemerkungen angebracht.
Lange Zeit war es den Benutzern einer Unix-Maschine gar nicht
möglich, das System zu starten oder herunterzufahren. Starten
deshalb, weil die Rechner im Regelfall hinter verschlossenen
Türen liefen und nur dem Systemverwalter physisch
zugänglich waren. Und herunterfahren, weil es Unix (und auch
Linux) seinen Benutzern verbietet, den Lauf des Systems ohne weiteres
zu beenden. Auch dies bleibt dem Systemverwalter root vorbehalten.
Für ein Multiuser-Betriebssystem versteht sich diese
Eigenschaft von selbst, schließlich arbeiten im Regelfall
mehrere Benutzer auf einem Rechner. Hinzu kommt, dass der Rechner auch
innerhalb eines Netzes für die Bereitstellung von Diensten
zuständig sein kann, die natürlich ebenfalls beendet
würden. Ein Benutzer kann oft gar nicht abschätzen,
wieviele andere Benutzer von der Maschine abhängen, auf der er
gerade arbeitet. In Zeiten der bootfreudigen Windows-Rechner mag auch
die Tatsache, dass Unix-Rechner im Regelfall viele Wochen und Monate
ohne einen Reboot ihren Dienst tun, etwas in Vergessenheit geraten sein.
Nachdem Linux nun auch auf gewöhnlichen PC's und damit in den
Büros und Arbeitszimmern der Benutzer Einzug gehalten hat, ist
es auch den Benutzern möglich geworden, über Start
und Beendigung des Systems zu entscheiden. Der Rechner ist nun frei
zugänglich und kann jederzeit eingeschaltet werden. Etwas
anders verhält es sich noch mit dem geordneten Herunterfahren.
Dies ist eigentlich nach wie vor (z.B. mittels der Kommandos shutdown,
init oder halt) dem Administrator root vorbehalten. Viele
Distributionen bieten mittlerweile jedoch im Rahmen eines grafischen
Login-Managers die Möglichkeit, das System nach dem Abmelden
über einen Knopf herunterzufahren. Des weiteren funktioniert
meist auch die Tastenkombination Strg+Alt+Entf, wenn man einen Reboot
auszulösen möchte.
1.2 Den Rechner starten
Nach dem Betätigen des Power-Knopfes muss man nichts weiter
tun, um das Linux-System vollständig booten zu lassen. Zu
Beginn des Bootens wird man kurz mit einem sogenannten Bootloader
konfrontiert. Im Regelfall wird dies der LInux-LOader LILO sein, der
einen kurzen Moment lang auf eine Eingabe wartet. Tut man an dieser
Stelle nichts, lädt LILO dasjenige Betriebssystem, das ihm vom
Systemverwalter als Standard bekanntgemacht wurde. Wir gehen hier davon
aus, dass dies unser aktuelles Linux-System ist. Es ist jedoch auch
möglich, dass hier weitere Betriebssysteme oder andere
Linux-Versionen ausgewählt werden können. Eine Liste
aller Möglichkeiten erhält man mittels der Tab-Taste,
während LILO auf eine Eingabe wartet. Neuere Distributionen
bieten anstelle des ehemals spartanischen LILO-Promptes gelegentlich
ein grafisches Menü, das die verschiedenen
Bootmöglichkeiten anzeigt. Auch der Bootloader Grub kommt
meist in einem grafischen Gewand daher und bietet Ihnen ein
Auswahlmenü an. Im Regelfall muss man nichts anderes tun als
mittels der Pfeiltasten das Betriebssystem auszuwählen, das
man starten möchte, und dann durch Betätigung der
Enter-Taste den Bootvorgang zu starten. Nachdem der Bootloader
schließlich den Bootvorgang in die Wege geleitet hat,
können wir die Bootmeldungen verfolgen. Ist der Bootvorgang
abgeschlossen, so erscheint eine lapidare login:-Aufforderung. Wurde
ein grafischer Login-Manager konfiguriert, so öffnet sich ein
Anmeldefenster und wartet auf die Eingabe von Benutzername und
Passwort.
1.3 Den Rechner herunterfahren
Ein DOS-Betriebssystem kennt kein Herunterfahren und darf jederzeit
schlichtweg ausgeschaltet werden. Wie andere Unix-Systeme auch,
reagiert Linux jedoch ausgesprochen empfindlich, wenn es nicht
ordnungsgemäß beendet wird. Welche
Hintergründe dies hat, erfordert einige Einblicke in die
Funktionsweise des Kernels und soll daher an dieser Stelle nicht
näher behandelt werden. Vorläufig soll der Rat
genügen, ein Linux-System niemals durch den Power- oder
Reset-Knopf abrupt zu beenden, wenn dies vermeidbar ist.
Wenn Sie das Passwort von root nicht kennen, den Rechner aber dennoch
herunterfahren wollen, bleibt Ihnen normalerweise nur die
Tastenkombination Strg+Alt+Entf. Warten sie danach ab, bis alle Dienste
beendet sind und der Rechner mit dem Neustart beginnen will. In diesem
Moment können sie den Rechner beruhigt ausschalten.
Natürlich können Sie auch die entsprechende Funktion
eines grafischen Login-Managers verwenden, wenn diese angeboten wird.
Verfügen Sie andererseits über root-Rechte, ist es
meist praktischer, das passende Kommando abzusetzen.
Grundsätzlich stehen zu diesem Zweck mehrere unterschiedliche
Kommandos zur Verfügung. An dieser Stelle sollen vorerst nur
die gebräuchlisten genannt werden, das in praktisch allen
Situationen einsetzbar ist - das Kommando shutdown und halt. Das
richtige Kommando zum sofortigen Herunterfahren lautet
shutdown
-h now
bzw.
halt
Unmittelbar nach dem Absetzen des Kommandos (als root) erscheint die
Meldung
"The System in going down for system halt NOW!!"
Den laufenden Prozessen werden Signale versendet, die sie zur
Beendigung veranlassen. Das System fährt hoffentlich
vollständig herunter und verabschiedet sich mit der Meldung
Master Ressource Control: runlevel 0 has
been reached
Die Parameter von shutdown deuten an dieser Stelle bereits an, dass das
Kommando weitere Möglichkeiten bietet. Beispielsweise kann
durch den Paramenter -r, also durch
shutdown
-r now
bzw.
reboot
anstelle des einfachen Herunterfahrens ein Reboot veranlasst werden.
Darüber hinaus können anstelle von now auch absolute
oder
relative Zeitangaben verwendet werden, um den Shutdown erst
später
durchzuführen und damit beispielsweise weiteren Benutzern die
Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit zu sichern und alle
laufenden
Aktivitäten ordnungsgemäß zu beenden.
Weitere Information hierzu gibt der Befehl
man
shutdown
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